Neues:

Schon wieder Saudi-Arabien

20.11.2017
 

Das Drama Yemens

Der "Kronprinz" von eigenen Gnaden liess vor zwei Wochen mehr als 200 Mitglieder der königlichen Familie, Minister und Geschäftsleute festnehmen. Angeblich um die Korruption im Staate zu bekämpfen und dem Volk zu vermitteln: "Niemand steht über dem Gesetz."

So schön, so gut, wenn es denn wirklich so wäre. In einem Rechtsstaat hat ein Festgenommener das Recht auf Verteidigung und Anhörung, das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren, das - sofern eine Schuld eindeutig nachgewiesen werden kann- mit einer Verurteilung und angemessenen Strafe endet.

NICHT JEDOCH IN SAUDI-ARABIEN. HIER HERRSCHT NICHT DAS RECHT, SONDERN DIE WILLKÜR VON PRINZENS GNADEN. Die Festgenommenen wurden in einem Hotel untergebracht, wo sie auf dem Boden des Ballsaals schlafen mussten. Keine Spur von ordentlichem Gerichtsverfahren, im Gegenteil: Diejenigen der Festgenommenen, die bereit sind, einen Grossteil ihres Vermögens dem saudischen Staat, d.h. im Klartext, dem machthabenden Prinzen und seinen Anhängern zu überschreiben, sollen angeblich frei kommen. Der eigenartige Deal soll zwischen 50 bis mehrere 100 MILLIARDEN DOLLAR in die königliche Kasse spülen, die angeblich ziemlich leer ist. Die "Financial Times" schrieb letzte Woche sogar von 70% des Vermögens der Festgenommenen.

Nun spricht natürlich gar nichts dagegen, in einem Staat, der offensichtlich hoch korrupt ist, endlich einmal die Korruption zu bekämpfen. Im Gegenteil! Aber was hier getrieben wird, ist, die eine Korruption gegen eine andere auszutauschen.

Entweder sind die Festgenommenen und Beschuldigten korrupt und haben ihre Vermögen auf illegale Art und Weise SEIT JAHRZEHNTEN zusammengeschaufelt - Dann muss man fragen, warum wurden sie nicht schon längst angeklagt und rechtmässig verurteilt? Oder warum werden sie zumindest nicht jetzt vor ein ordentliches Gericht gestellt in einem rechtlich einwandfreien Verfahren, das ihnen diese Korruption nachweist?

Oder sie sind nicht schuldig - Dann hätten weder der Prinz noch sonstwer das Recht, sie einfach festzunehmen und mit Erpressung - denn um solche handelt es sich - die eigenen leeren Kassen mit dem Vermögen dieser Leute aufzufüllen. Man erinnere sich: Ein Prinz, der vor kurzer Zeit "ganz spontan" eine 500 Millionen-Yacht gekauft hat. Kein Wunder, ist er pleite, wenn er in diesem Stil lebt.

Und kein Wunder, ist der saudische Staat = Königshaus auch ansonsten pleite, wenn für Milliarden Dollar permanent Waffen in den USA und dem UK und anderswo zusammengekauft werden. Um das untenstehende Ergebnis (s. nächster Artikel) zu erzielen.

20. Nov. 2017

______

Yemen facing largest famine the world has seen for decades, warnt die UNO.

Mark Lowcock, the UN Emergency Relief Coordinator bereiste Yemen, um sich ein Bild der Situation zu machen.

17 Millionen Yemeniten hungern; es gibt nicht genügend Nahrungsmittel, keine Medikamente und die Cholera grassiert. Die Häfen und Flughäfen sind geschlossen, blockiert. Es kommt keine Hilfe durch.
Und warum ist das so?

Weil der Herr Kronprinz von eigenen Gnaden von Saudi-Arabien mit der Hilfe vor allem britischer und amerikanischer, aber auch deutscher Waffen, die Yemeniten bekämpft. Da sie nicht machen, was er will. Da sie angeblich mit Iran unter einer Decke stecken. Da der Herr Prinz an Profilierungssucht leidet und es den westlichen Waffenverkäufern egal ist, was er mit den von ihnen gelieferten Waffen für mörderische Pläne ausführt. Hauptsache, der Rubel rollt und die Kassen der westlichen Waffenlieferanten werden satt voll.

Hatte da nicht vor zwei Jahren (4.Dez.15) Herr Roettgen im Bundestag auf Tränendrüsendrück-Manier gemacht, man müsse in den Krieg in Syrien eingreifen, um die armen Mädchen zu retten („...Wenn man sich als Mutter... auch nur in ein Mädchen versetzt, das verkauft wird... wenn man sich nur das Gesicht eines Mädchens vorstellt...“), blah, blah, blah. Sollte er da nicht lieber dafür plädiert haben und plädieren, dass man die Waffenlieferungen einstellt?  Natürlich geht es hier nicht um Syrien, sondern um Yemen, aber hungernde und bedrohte Kinder sind hungernde und bedrohte Kinder, egal ob es sich um Syrien oder Yemen handelt. Will man die Zustimmung von Politikern zu Krieg, wird fleissig die Humanität vorgeschoben. Geht es um Waffenverkäufe, wird man auf dem humanitären Auge aber auch wirklich total blind.

Die Herren im Westen überschlagen sich mit ihren Waffenverkäufen und -lieferungen an diesen Prinzen. Saudi-Arabien ist ja absolut unfähig, irgendwelche eigenen Waffen herzustellen. Wenn der Westen endlich die Waffenverkäufe an diese Geldsäcke einstellen würde, wäre der Krieg bald zu Ende.

Die Analysten in den USA und in Europa versuchen die Taten und Untaten dieses Prinzen zu interpretieren und heraus zu finden, ob das, was er tut, nun positiv ist, oder ob es sich dabei doch nur um brutale Festigung seiner Macht handelt.

Betrachtet man den von ihm losgetretenen Krieg gegen Yemen und die Implikationen für die Yemeniten, vor allem die Schwächsten, die Kinder, muss man sagen, es ist pure Brutalität. Ein machtgeiler Prinz, einer von offenbar Tausenden, will seine Macht demonstrieren und festigen. Im Kampf gegen die grosse Konkurrenz sind alle Mittel recht.

Kushner und Trump loben ihn auch noch dafür. Klar, Geld fliesst in Massen, die US Kriegsindustrie bekommt Aufträge wie verrückt, für Milliarden Dollar. Und Trump kann den Arbeitern zu Hause weismachen, dass er deren Arbeitsplätze gesichert hat. "Make America great again", unter anderem auf Kosten der unschuldigen Kinder Yemens.

Pfui, kann man da nur sagen. Und zwar "Pfui" für alle, die den Saudis diesen Krieg mit Waffenverkäufen ermöglichen. Und sie damit auch noch ermuntern, weitere Kriege ins Auge zu fassen, gegen Iran z.B. Denn der Prinz will ja beweisen, was für ein toller Hecht er ist.

Dafür bietet er dem Westen als Schmusezückerchen so ein bisschen Freiheitsgetue an. Irgendeine Idee von autofahrenden Frauen - als ob das echte Freiheit bringen würde, dazu gehört schon mehr. Und seine  "Vision" einer "Weltstadt", einer Art Spielwiese für reiche Westler und Saudi-Männer, die sich dort amüsieren können sollen. Das versteht dieser Herr unter "Turboveränderungen"- lachhaft!

Und die UNO steht dabei und jammert ein bisschen, dass sie mehr Geld braucht, um Hilfsgüter senden zu können. Die UNO ist eine Organisation von Feiglingen. Länder, die Kriege vom Zaun brechen und solche, die die Ersteren dabei unterstützen, gehören aus der Organisation verbannt, solange, bis sie sich wieder wie Menschen aufführen und die Kriege beenden. Das sollte für alle gelten, arme und reiche Länder, saudische Prinzen und US Trampeltiere.

Die UNO wird ihrer eigenen Zielsetzung tagtäglich untreu, nämlich dem Ziel, Kriege zu verhindern. Wenn es um schwerreiche Ölmagnaten geht, um mächtige Länder, wie die USA oder um notorische Störenfriede, ist die UNO so hilflos, wie man nur sein kann.

(10. 11. 2017)