Religion:

Staaten und Religionen

01.05.2018
 

Religion und Staat

"Am deutschen Wesen soll (wieder mal??) die Welt genesen"

Diskutiert wurde im deutschen Bundestag am 27. April 2018 der "Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit".

Mit einem Wort, die Abgeordneten des deutschen Bundestags und natürlich auch die deutsche Bundesregierung haben nicht nur Meinungen zur "weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit" - die dürfen sie gerne und geschenkt haben-, nein, die Welt sollte auch gemäss deren "Beschlussempfehlung" handeln. Fragt sich nur, wer dem Bundestag bzw der Bundesregierung solch ein Recht zu solch einer "Beschlussempfehlung" gibt? Wäre es nicht vielmehr die Aufgabe der UNO weltweit die "Religions- und Weltanschauungsfreiheiten" durchzusetzen?? Natürlich könnte der deutsche Botschafter bei der UNO die Meinung seines Landes dazu verkündigen und durchzusetzen versuchen.

Aber nein. Man muss wieder einmal Moralapostel und Weltverbesserer in einem spielen und sich dabei selbstverständlich innerhalb des Bundestages ganz unchristlich und unfriedlich, direkt feindselig an die Gurgeln gehen. Ein Land unter der ehemaligen FDJ-Sekretärin Merkel, das es nicht einmal fertigbringt, die eigene jüdische Bevölkerung vor Antisemitismus zu schützen, das es nicht einmal fertigbringt, die Tausende von Angriffen auf christliche Kirchen und deren Vertreter/innen auch nur offiziell zu benennen, das es nicht fertigbringt, Bestrebungen zu Parallelgesellschaften und Scharia-Strukturen im eigenen Land abzuwehren, das es nicht fertigbringt, christliche und jüdische Schülerinnen und Schüler in staatseigenen Schulen vor brutalem Mobbing zu schützen, will der Welt predigen, wie sie mit "Religions- und Weltanschauungsfreiheiten" umzugehen habe.

Da wurde alles aufgezählt: Von dem Umgang Myanmars mit den Rohyngias bis zur Verfolgung von Christen in 128 Ländern -vorwiegend muslimischen- dieser Welt im Jahre 2015 (Grübel, der neue Sonderbeauftragte für "Religionsfreiheit weltweit"). Und da Deutschland "DAS Land der Religionsfreiheit" sei, (Kauder) - als ob es das einzige Land wäre, wo es Religionsfreiheit gibt- müsste DE immer wieder, überall auf der Welt, diese laut Kauder einfordern (von Indonesien bis Türkei). Religionsfreiheit wurde von ihm derart absolut gesetzt, dass einem schon ganz Angst und bange wird.

Da zitiert er zwar den unseligen 30-Jährigen-Krieg und lobt den Westfälischen Frieden über den grünen Klee, aber dass es bis zum säkularen Staat von dort aus noch ein weiter Weg war, wird nicht erwähnt. Erst die Religionsfreiheit, die der demokratischen, aufgeklärten Staatsräson unterstellt wurde, brachte die Segnungen unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnungen, nicht Religionsfreiheit als solche. Diese kann, ohne die eingrenzende Vernunft aufgeklärter Staaten, ganz schnell wieder von allen möglichen Demagogen instrumentalisiert und missbraucht werden. Aber das kann ein Mümmelkaninchen natürlich nicht wirklich gut nachvollziehen.

Kauder mit seinem Hasenmümmel-Tick fordert zwar ganz energisch "Religionsfreiheit" ein, aber er vergass gefliessentlich zu sagen, dass es um die Religionsfreiheit am aller-allerschlechtesten in muslimischen Ländern bestellt ist. SOOO deutlich wollte er nun auch wieder nicht werden. Worauf der nächste Sprecher, Münz, hinwies.

Der auf Münz folgende Redner, ein SPD Professor, wollte von Christenverfolgung nichts wissen, sondern unterstellte Münz, dass er diese nur "benutze, um gegen andere Religionen aufzustacheln". Münz - welches Ärgernis für den Professor -besitzt natürlich nicht die ach so wichtige Déformation professionelle oder besser politique eines SPD Hirns und kann die Dinge demzufolge ja nur falsch angehen. Danach zitiert der SPDler wieder Altvater Willi Brandt, zur Begründung, warum DE sich um das Problem kümmern müsse: Man könne bei grossem Leid doch nicht abseits stehen. Im Prinzip richtig. Das grösste Leid betrifft allerdings einerseits die weltweit über 200 Millionen Christen, die verfolgt werden und andererseits die Millionen Muslime, die von anderen Millionen Muslimen total drangsaliert werden. Und die Christen werden, gemäss der Professoren Logik, ja "nur instrumentalisiert." Ist deren Leid, in Gefängnissen sitzen zu müssen, oder umgebracht zu werden, gar kein Leid, oder was? Eine seltsame SPD Logik, aber typisch für diese Koalition, die sich in alles einmischen möchte und doch nichts unternehmen will, da sie sonst ihre eigenen konfusen Ideen auf den Kopf stellen müsste. Und das Leid der Millionen Muslime durch Millionen andere Muslime wird schlichtweg unter den Teppich gekehrt, da es nicht benannt werden darf. Muslime sind die heilige Kuh der Koalition und heilige Kühe können ja niemandem etwas antun, weder anderen Muslimen, noch sonstigen "Ungläubigen", oder?

Was diese Koalition wirklich meint, ist, in DE derartige Verhältnisse schaffen, dass nur noch Verwirrung herrscht, dass kein Mensch mehr sagen kann, was Recht und was Unrecht ist, dass eine gewisse Religion so nach und nach die Oberhand bekommt und alle anderen (von vernünftigen Muslimen, über Juden, Christen, Ungläubigen usw) dann in braver SUBMISSION den unerträglichsten Scharia-Verbreitern und Unrechtsmenschen ausgeliefert sein werden. Nur wegen ihrer im Koalitionsvertrag sozusagen eingebauten "Wir haben immer Recht, alle anderen immer Unrecht" streitsüchtigen Attitüde. Ob dann dieser Professor zufrieden sein wird? Ob dann die junge Frau, die sich in Berlin die Anteilnahme der AfD verbeten hat, zufrieden sein wird? Ob dann in DE und Europa Zustände herrschen werden, wie sie heute schon in Afghanistan, Syrien, Irak, Iran, Saudi-Arabien, der Türkei, den Golfstaaten, Pakistan, Indonesien, Malaysia, den Philippinen und unzähligen anderen herrschen? Wohin wird dann wohl der Professor auswandern, oder seine Familie verbringen, sofern er eine hat? Menschen, die die eigene Kultur verachten, verachten normalerweise auch andere Kulturen.

Armselige Geister. Aber absolute, sture Besserwisser, die ihre Gedankendiktaturen allen aufzwingen müssen. Sie können nicht anders- bis zum bitteren Ende. Das sei auch als Trost an die junge Frau gesagt, die sich -zu Recht- von der Clique der "Altparteien" als Pariah ausgegrenzt fühlt. Die Alten kämpfen um ihre Pfründen, um jede einzelne Stimme, da sie eigentlich wissen, ganz wie die katholische Kirche zu Beginn der Neuzeit - um im religiösen Rahmen zu bleiben-, dass sie sich reformieren müssten. Und wie die Kirche damals können sie sich nicht reformieren, da sie sich damit selbst abschaffen würden. Deswegen bellen sie wie angekettete Hunde herum und schnappen nach jedem, der ihnen zu nahe tritt. Arme Würstchen.

(1.Mai 208)

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Es herrscht wieder mal grosse Aufregung im Land DE:

Der Eine quakt: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland." Und die Andere quakt sofort dagegen: "Inzwischen leben 4 Millionen Muslime in Deutschland und sie üben hier auch ihre Religion aus und diese Muslime gehören auch zu Deutschland und genauso gehört ihre Religion auch zu Deutschland, also der Islam."

Tatsächlich ist beides grundfalsch: Zu einem säkularen, modernen, demokratischen Staat gehören überhaupt keine Religionen, weder die eine, noch die andere oder eine dritte oder fünfte usw. Zu einem säkularen, demokratischen Staat gehören nur die Verfassung/ das Grundgesetz, ein demokratisch gewähltes Parlament plus dito Regierung, die Staatsgesetze, die vom Staat garantierten Freiheiten aller seiner Bürgerinnen und Bürger (= der oberste Souverän) und deren demokratische Rechte und Pflichten (als da sind: die Akzeptanz des Obengenannten). Zu den garantierten Freiheiten gehört auch die Freiheit, irgendeine Religion privat, ohne Störung und Belästigung der Allgemeinheit, unter Anerkennung der oben genannten Grundrechte und Freiheiten, unter vollständiger Akzeptanz der und Unterordnung unter die Regeln und Gesetze des betreffenden Staates, ausüben zu können. Oder aber auch, ohne Religion zu leben. Die jeweilige Religion bzw Atheismus an sich (egal welche) gehört jedoch nicht zum Staat. 

Das heisst also, dass die Menschen zwar ihre Religion ausüben dürfen, oder frei von jeglicher Religion leben können, aber keinerlei Recht haben, irgendwelche Belästigungen, Streitereien, Aggressionen gegen andere, Aufdrängen religiöser Symbole in der Öffentlichkeit, Proselytismus usw ausüben zu können. Und das Ausüben jeglicher Religion/ Nicht-Religion ist an die Verfassung, das Grundgesetz, die Gesetze und Regeln des jeweiligen Staates gebunden und diesen unterstellt. Nur wenn sich ein eine Religion Ausübender entsprechend verhält, kann diese Religion/ Nicht-Religion ausgeübt werden.

Konkret heisst das: Wenn in einem Staat das Gesetz gilt: Monogamie/ Einehe, dann kann sich niemand auf die Religion berufen, um Polygamie betreiben zu können. Wenn in einem Staat die Frauen und Männer vom Gesetz die gleichen Rechte und Freiheiten garantiert haben, kann keine Religion in diesem Staat dies in Ungleichheit der Religion wegen verwandeln.

In diesem Sinne ist es vollkommen müssig und töricht zu sagen: "Zu DE gehört der Islam" oder: "Zu DE gehört der Islam nicht."

Die Wurzeln Gesamteuropas sind eindeutig jüdisch-christlich und von der Aufklärung geprägt. Und das soll auch so bleiben. Die europäischen Staaten (sofern es sich um ordentliche Demokratien mit Garantie der Menschenrechte und Säkularismus handelt) haben aber keine Staatsreligion- das überlassen wir gerne anderen, die sich noch näher an der Steinzeit tummeln.

Das Christentum war seit seiner Installierung als Staatsreligion im Röm. Reich und bis ca zum 18. Jahrhundert schlecht und verderblich genug- während über Tausend Jahren. Zum Glück haben Aufklärung und die Franz. Revolution uns von dieser Geissel der europäischen Menschheit als Staatsreligion befreit. D.h. auch, dass wir absolut keine neue Geissel der Menschheit in Form irgendeiner anderen Religion brauchen, die angeblich "zu uns gehört".

Das heisst aber nicht, dass man mit den positiven Bräuchen, Feiertagen, der positiven jüdisch-christlichen Prägung der westlichen Welt, die unseren menschenfreundlichen Philosophien, Gesetzen, Regeln und Bräuchen zugrunde liegen, brechen sollte. Nein, das ist unsere gewachsene, manchmal schlechtere, manchmal bessere Vergangenheit, die unser aller Leben prägt. Solange diese christlichen Traditionen den Gedanken der Aufklärung, der Menschenrechte, der Demokratie, der garantierten Freiheiten unterstellt werden, richten sie keinen Schaden mehr an und bereiten ihren Gläubigen auch Freude. Genau so können auch positive Element anderer Traditionen und Kulturen hinzugefügt werden. Allerdings NUR unter der oben genannten Prämisse der Schadensfreiheit, der Unterstellung unter Grundgesetze/ Verfassungen, Menschenrechte, Freiheiten und Demokratie. Sich einfach so auf "Religionsfreiheit" zu berufen, um die grössten Menschenrechtsvergehen begehen zu können, oder menschenrechtswidrige religiöse Regeln einzuführen, ist im demokratischen, westlichen Staat gegen die Gesetze.

Und damit sollte endlich einmal die dumme und müssige Diskussion beendet werden, welche Religion wohin passt. Religionen als solche sind gefährlich wie Atombomben und passen eigentlich und an sich nirgendwohin hin: They have to be strictly contained and controlled by democratic rules and laws.

Statt dass diese Oberquaker nutzlose Diskussionen führen zu Religionen, sollten sie lieber darauf achten, dass ALLE MENSCHEN IN DE, EGAL WELCHEN GLAUBENS, SICH AN DIE bestehenden GESETZE und das GRUNDGESETZ HALTEN.

Wer das nicht will und/ oder kann, gehört entsprechend den bestehenden Gesetzen bestraft oder des Landes verwiesen.

Ganz einfach.

(17. März 2018)